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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

Freie Journalistin
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Ernüchternde Gesamtbilanz

Eva Hack
Altgediente Reckin der Frauen- und Lesbenbewegung: Eva K.Hack.

Wie aktuell ist die FrauenLesbenbewegung?

Wenn wir uns anschauen, was durch die Frauenbewegung erreicht wurde, so sind das im Einzelnen ganz beeindruckende Ergebnisse. Nehmen wir nur das Rollenbild der Frau. Wir können mittlerweile wählen zwischen verschiedenen Lebens-und Liebesformen. Die "Nur-Hausfrau" in einer lebenslangen heterosexuellen Ehe ist für die meisten Frauen kein Lebensentwurf mehr. Doch so beeindruckend die Erfolge für Frauen im Einzelnen sein können, so ernüchternd und auch erschreckend ist die Gesamtbilanz. Von den damals angestrebten gesamtgesellschaftlichen Veränderungen, die die Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen und Gewalt gegen Frauen zu einem abgeschlossenen Kapitel der Geschichtsbücher werden lassen sollten, sind wir leider weiter entfernt denn je. Rund um den Globus haben sich die Lebensbedingungen für Frauen drastisch verschärft.

Inwiefern?

Ich denke,  dass ohne die Ausbeutung von Frauen diese Form der konzerngesteuerten Globalisierung nicht möglich gewesen wäre. Die jungen Frauen in den Sweatshops und Freihandelszonen, in denen  weder Arbeitsschutzgesetze noch Gewerkschaften dafür aber Gewalt und sexuelle Übergriffe zugelassen sind, stehen offensichtlich Modell für die zukünftigen Arbeitsverhältnisse der Industrieländer. Und zu den billigsten der billigen Arbeitskräfte werden im Zuge von Sozialabbau und Privatisierungen Frauen gemacht.  Dass die Gewalt gegen Frauen nach wie vor zu den schlimmsten und gleichzeitig alltäglichsten Menschenrechtsverletzungen rund um den Globus zählt, ist Teil dieser Entwicklungen.

Die FrauenLesbenbewegung hat ein Nachwuchs-Problem, woran liegt das?

Für kritisches Denken und Handeln brauchst du zunächst Freiräume. Und genau die werden immer mehr abgeschafft. Die jungen Frauen werden in Schule, in Beruf und im Studium gleichermaßen unter totalen Leistungs-, Anpassungs-, Geld- und Zeitdruck gesetzt. Die Nachwuchsfrage ist folgerichtig eine Frage vieler politisch und sozial tätiger Gruppen. Auch der Widerstand gegen Hartz IV und der Agenda 2010 hat sicherlich nicht deshalb abgenommen, weil es den Betroffenen mittlerweile sehr gut damit geht.

Wie stark ist die FrauenLesbenbewegung in Nordhessen und insbesondere in Kassel?

Kassel zeichnet sich dadurch aus, dass es zahlreiche, auch politische, Treffpunkte von Frauen für Frauen und Mädchen gibt. Etwa den Frauenbuchladen ARADIA, das Frauenzentrum, das Stadtteilzentrum Brückenhof. Frauen-Orte, die in vielen Groß-Städten schon seit Jahren nicht mehr existieren. Kassel zeichnet sich auch dadurch aus, dass wir sehr gute Vernetzungsstrukturen haben und auch den Wunsch bei allen Unterschieden gemeinsam sichtbar zu werden, wie jetzt wieder zum Internationalen Frauentag, wo doch ein sehr beachtliches Programm dank vieler engagierter und motivierter Frauen zustande gekommen ist.

 

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