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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

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"Ein Stück Freiheit herausgeholt"

Globale Wandmalerei

Zwölf riesige bunte Blätter schmücken die 130 Meter lange und bis zu zehn Meter hohe Betonstützmauer gegenüber der DIAkom, einer Einrichtung der Baunataler Diakonie Kassel für Menschen mit psychischen Behinderungen in der oberen Schillerstraße (Nordstadt). Zwölf Blätter - für jeden Monat eines, jedes farblich etwas anders von blau-grün bis braun-orange, dem Jahresverlauf entsprechend. Darauf und dazwischen eingearbeitet sind Texte wie z. B. der Nachruf eines Klienten der DIAkom auf einen Freund, der sich umgebracht hat. Und es finden sich auf und zwischen den Blättern Zeichnungen, zum Beispiel Menschen, die sich, "überflutet" von Informationen, die Hände vor die Ohren halten.

Das Gesamtwerk befasst sich mit den Themenbereichen "Einklang mit der Natur", "Miteinander leben, Friede, Liebe, Toleranz und Gerechtigkeit". Der Name des Projektes: "DIAkomenta", rührt von der Zusammensetzung und dem Zeitpunkt her: Beschäftigte der DIAkom und Bewohner des Blaukreuz-Zentrums arbeiteten während des documenta-Sommers zusammen mit dem international bekannten Künstler Daniel Ricardo Pulido Ortiz aus Nicaragua. Damit haben die 16 Beteiligten und der Künstler den zweiten Kasseler Beitrag zum internationalen Wandmalprojekt zur Agenda 21 "mural global" (etwa "Globale Mauern") geliefert. Über 80 Wandbilder sind bisher im Rahmen des Wandmalprojektes auf der Welt entstanden. Mit dem Projekt fordern Künstler aus allen Kontinenten die in der Agenda 21 festgeschriebenen ökologischen, ökonomischen und sozialen Fortschritte zu verwirklichen.

In Kassel philosophierten die Klienten der DIAkom und des Blaukreuzzentrums zunächst eine Woche mit Hilfe von Dolmetschern "über Gott und die Welt", um Motive für die Wand zu festzulegen. "Co-Künstler" von DIAkom und Blaukreuzzentrum schufen danach Entwürfe auf Papier. Am Bemalen der Wand waren dann neben dem Künstler Daniel Ricardo Pulido Ortiz noch fünf weitere Teilnehmer engagiert dabei: Christian Bielefeld, Karin Fischer, Stefan Burckhardt und der gelernte Maler und Lackierer Reiner Bölte. "Das hat ein Stück Freiheit aus einem rausgeholt", sagt er.

Der Einrichtungsleiter der DIAkom, Hilmar Ludwig, zieht eine positive Bilanz aus dem Projekt: "Die Beteiligten haben im Diskussionsprozess u.a. gesehen, dass es in Sachen Hoffnungen und Ängste auch anderen Menschen so geht wie ihnen, und dass das nichts mit psychischer Krankheit zu tun hat." Bei dem Projekt sei "der Weg das Ziel" gewesen. Dieser führte anfänglich zum Kulturamt und von dort zu Dr. Hanna Bielefeld-Hart vom Büro der Agenda 21, die Kontakt zu Pulido Ortiz hatte. Der Künstler hatte bereits vor fünf Jahren eine Wand in der Kasseler Knipping-Schule bemalt. Dann schloss die Baunataler Diakonie einen Vertrag mit der Stadt Kassel, um das Projekt gemeinsam zu organisieren und zu finanzieren. Die Deutsche Bahn, Besitzerin der Mauer, musste zustimmen, Gehölz und Müll auf dem Grünstreifen davor (im Besitz der Stadt Kassel) entfernt werden. Außerdem musste die Wand vor dem Bemalen grundiert werden, "damit das Kunstwerk auch die Witterung jahrzehntelang übersteht", so Hilmar Ludwig. Auch wurden die Blätter zunächst mit weißer Farbe unterlegt, damit die bunte Acrylfarbe besser ihre Leuchtkraft entfalten kann. 

Der 1956 geborene Künstler hat über die in Kassel hinaus Wandgemälde in Kolumbien, Nicaragua, den Niederlanden und den USA geschaffen. Weiterhin zeigten Ausstellungen in Kolumbien, Costa Rica, Nicaragua, Guatemala, USA, Italien Deutschland, Schweden und den Niederlanden seine Werke.

Britta Erlemann

Info: www.mural-global.org

Eingestellt 1/08

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