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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

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Lust auf Lesen machen

Literaturhaus Nordhessen

Literaturbüro web
Beschäftigen sich mit Literatur von Jürgen von der Wense: Ilona Caroli und Winfried Jenior vom Literaturbüro Nordhessen

"Arbeit und Leben nähern sich immer mehr einander an." Das ist die zentrale These, die Autor Jakob Schrenk in seinem Buch "Die Kunst der Selbstausbeutung" vertritt. So vorgetragen im Rahmen der Lesereihe "Arbeit in der digitalen Welt" des Vereins Literaturhaus Nordhessen in Kassel. Im digitalen Zeitalter sind wir, so Schrenk, nicht nur ständig und überall verfügbar, auch das soziale Leben findet weitgehend in der Firma statt und wir müssen ständig unsere Arbeit optimieren. Die Folge: Mehr und mehr selbstbestimmt beuten wir uns selber aus.

Neben dem gelernten Journalisten setzen sich in der Lesereihe fünf weitere, überwiegend jungen Autorinnen und Autoren mit dem Ende des Industriezeitalters auseinander, mit der neuen Selbstausbeutung und der sozialen Verwahrlosung. Ebenso auch mit den Auswirkungen der Globalisierung, der Anmaßung der Arbeitsagentur oder Mobbing als alltägliches Phänomen. "Wir wollten ein Thema nehmen, dass nah an den Menschen dran ist", erklärt dazu die Vorsitzende des Vereins, Ilona Caroli. Der siebenköpfige Vorstand und Geschäftsführer Andreas Gebhardt fragten sich, wie die Veränderungen in der Arbeitswelt in der Literatur ankommen. Die in der Lesereihe dargebotene Literatur soll die Zuhörenden unterstützen bei der Auseinandersetzung mit sich selbst. Dauer der Reihe: Ende Januar bis Mitte Juni.

Und die literaturbegeisterten Frauen und Männer des Vorstandes stellen noch mehr auf die Beine. Seit elf Mitglieder den Verein 2004 gründeten, "haben wir uns inhaltlich stabilisiert und uns von Einzelveranstaltungen wegbewegt hin zu Reihen und konzeptioneller Arbeit für Veranstaltungen wie auch einer Tagung 2006", erklärt Caroli. So erzählt sie und Vorstandsmitglied Winfried Jenior von einer Dreier-Reihe im Rahmen des documenta-Stadtprogramms mit dem Titel "Wenn der Garten beginnt zu lächeln". Darunter Gartenliteratur vom Altertum bis zur Gegenwart, die Vereinsmitglied Annegret Letz im Botanischen Garten vortrug. Auch am alljährlichen ‚Tag der Literatur’ und der Lesereihe ‚Leseland Hessen’ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse beteiligt sich der Verein. Und wenn sich für diesen intellektuellen Kreis für Literatur - so das eigene Selbstverständnis - Kooperationen mit angrenzenden Künsten ergeben, dann bezieht er auch Schauspiel, Musik oder bildende Kunst in seine Veranstaltungen mit ein. Die Resonanz sei wieder Erwarten gut. Von zwanzig bis hundert Besucherinnen und Besuchern berichten die Vorstandsmitglieder.

Darüber hinaus treibt das vom Verein getragene Literaturbüro Nordhessen in der Kasseler Lasallestraße Projekte voran, die nach außen nicht sichtbar sind. Eines davon ist z. Bsp zusammen mit dem im Literaturbüro angesiedelten Wensekreises den Nachlass des Universalgelehrten - weil Schrifsteller, Komponist, Botaniker Astrologie-Bewanderten und eifrigen Briefeschreibers - Jürgen von der Wense (1894-1966) nach Kassel zu holen und ihn der interdisziplinärer Forschung zu öffnen. Von der Wense hatte die Region um Kassel durchwandert, Fotos gemacht und die Landschaft beschrieben.

Das große Ziel war und ist von Beginn an ein Literaturhaus mit Veranstaltungssaal, Nebenräumen für Kinder und Jugendliche, Gruppenarbeit, Schreibwerkstatt sowie einer Bibliothek und natürlich dem Literaturbüro. "Themen und Projekte sind da. Es fehlt an Geld und Räumlichkeiten, um das umzusetzen", sagt die studierte Germanistin Caroli. Für die laufenden Veranstaltungen beantragt der Verein Gelder bei Land, Stadt und Stiftungen und bekommt auch welche, neben Spenden und Vereinsbeiträgen. Was die schreibende Seite anbetrifft, soll das Literaturbüro in erster Linie Anlaufstelle für Autorinnen und Autoren aus der Region sein. Sie können hier lesen, bekommen Tipps, an welchen Verlag sie sich wenden können oder das Literaturbüro stellt gleich den Kontakt her. Und die Schreibenden können sich als Schriftsteller auf den Websites des Vereins eintragen. Der unterhält außerdem im Internet einen Veranstaltungskalender für alle Lesungen in der Region Nordhessen.

Das Ziel all dieser Aktivitäten: "Wir wollen Lust auf Lesen machen. Der Hintergrund ist der, dass gerade in dieser digitalen Welt weniger gelesen wird, und dass aber immer mehr Literatur auf den Markt drängt. Durch unsere Lesungen wollen wir neugierig machen", sagt die 64-jährige. Wichtig sei, dass das Thema Literatur in Kassel manifest vorhanden ist. Denn Kassel sei eine Literaturstadt.

Britta Erlemann

Literaturbüro Nordhessen, Lassallestr. 15, 34119 Kassel
Tel. 701 64 857; Fax.  701 64 856
info@literaturbuero-nordhessen.de
Mo 9-12, Di 15-17:30, Do 18-20 Uhr

Eingestellt 2/08

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