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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

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Cartoon-Schüler lernen Tricks und Kniffe von den Meistern

Sommerakademie für Komische Kunst

Comic
Zeichnung von Christiane Lokar alias kittihawk, entstanden während der Sommerakademie.

Kassel (dpa/lhe) - "Damit die Welt auch morgen noch was zu lachen hat" ­ sowohl Caricatura-Geschäftsführer Martin Sonntag als auch der Workshopleiter und renommierte Cartoonist Rudi Hurzlmeier zitieren den Leitspruch der Sommerakademie für komische Kunst. Auf mehreren Tischgruppen in der Kasseler Galerie für komische Kunst, an den Wänden, dort wo sonst Ausstellungen präsentiert werden, sieht es schwer nach Arbeit aus: haufenweise Papier, größtenteils bezeichnet, verschiedene Farben wie Acryl, Aquarell und Filzstifte, Kulis, Mineralwasser, Süßigkeiten, Flaschen, auf deren Hälsen karikierte Hundeköpfe aus blauer Knete stecken. Und nicht zuletzt konzentriert zeichnende junge Menschen, die meist tief gebeugt über ihren Werken sitzen.

Die Gruppe aus 15 Nachwuchszeichnern und zwei Dozenten war unter anderem in der Hundeausstellung des Kasseler Naturkundemuseums, um sich für tierischen Humor anregen zu lassen. In der im deutschsprachigen Raum einzigartigen Sommerakademie treffen sich Künstler und Studenten aus ganz Deutschland, die bereits über Zeichenerfahrung verfügen und ihren Schwerpunkt auf die Bereiche Cartoon, Karikatur, Satire oder komische Malerei legen wollen. "Was wir hier hauptsächlich vermitteln, sind Einblicke in Arbeitsweisen, berufsspezifische Tricks und Kniffe, die für Cartoonisten dringend notwendig sind, um komische Kunst herstellen zu können", erklärt der zweite Workshop-Leiter Günther Mayer, Kunsthistoriker, Kurator und Cartoonist.

Konkret heißt das: "Wie funktioniert Komik?". Natürlich geht es auch um die Technik. Jedoch: "Der Hauptaspekt liegt auf dem Austausch mit Profis", sagt Mayer. So simuliert einer der Tagesreferenten, der Titanic-Redakteur Stephan Rürup, mit dem Nachwuchs eine Redaktionssitzung: Anhand der Werke der Teilnehmer erklärt er, welche warum in dem Frankfurter Satiremagazin veröffentlicht würden oder auch nicht. "Ziel der Sommerakademie ist es, dem seit einigen Jahren zu beobachtenden Mangel an jungen und qualifizierten Zeichnern entgegen zu wirken", heißt es bei der Caricatura. Auch gebe es immer weniger Publikationsmöglichkeiten, da viele Zeitungen und Magazine aus Kostengründen auf Cartoons und Karikaturen verzichteten. Andererseits bemängelten mehrere Zeitungen bereits, dass sie keine Nachwuchszeichner fänden, die "frischen Wind" mitbrächten. Den vermissen bei der Sommerakademie die Workshopleiter jedenfalls nicht: "Wir hätten nicht geglaubt, dass in der Kürze fast schon reingezeichnete Materialien entstehen können", zieht Mayer nach drei Tagen eine Zwischenbilanz. Da werde mit Riesenbegeisterung und fast bis zur Erschöpfung gearbeitet, stellt er fest.

Und Hurzlmeier erklärt: "Wir klopfen kräftig auf die Schultern", aber den Mut, sich der Herausforderung Comic zu stellen, müssten die Teilnehmer schon selbst mitbringen. Denn wer Comics herstelle, scheitere erst einmal in mehreren Anläufen, bevor der Witz am Ende sitze und verstehbar sei. "Es ist total anregend, sowohl mit den Dozenten, als auch mit den Mitteilnehmern", sagt Christiane Lokar, Cartoonistin und Grafikdesignerin, begeistert. Ihre Akademie-Kommilitonin, die Illustratorin Stephanie Roehe, ist voll bei der Sache: Man finde hier schnell und spontan Ideen. Und sie lobt, "dass man im Gespräch mit den anderen sehr gut auf neue Lösungswege kommt". Auch bei Problemen, an denen sie allein das Jahr über festgehangen hat. Dass sie hier die großen Vorbilder, "die alten Hasen", wie sie selbst sagen, und deren geballten Sachverstand hautnah mitbekommen, wissen sie zu schätzen. Lokar ist bereits wie ein weiterer Teilnehmer von Referent Martin Sonneborn, seines Zeichens Verantwortlicher der Satirerubrik "Spam" auf Spiegel Online, aufgefordert worden, Zeichnungen einzureichen.

"Ich hätte nie gewagt, da einfach was einzuschicken." Durch den Kontakt könne sie jetzt anders auftreten. Darauf ist auch das Caricatura-Team stolz, das mit diversen Partnern langfristig eine ständige Akademie aufbauen will. Die Arbeiten des Nachwuchs werden in einer Ausstellung vom 22. August bis 6. September präsentiert.

(Internet: www.caricatura.de)
[Caricatura]: KulturBahnhof, Bahnhofsplatz 1, Kassel
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100320 Aug 08

Eingestellt 8/08

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