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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

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Verbunden mit der Mitte

Spirituelle Tanzreisen

Beim Tanz geht es für die Frauen neben Entspannung und dem Gemeinschaftserlebnis immer auch darum, Spiritualität zu erfahren, eingebunden zu sein in ein größeres Ganzes, das trägt. Naturerfahrung verstärkt dieses Erleben noch einmal auf einer anderen Ebene", erklärt die Tanzheilpädagogin Birgit Wehnert aus Edertal-Anraff. Sie lädt ein zu Frauenreisen, bei denen immer auch der Tanz im Vordergrund steht: Kreta, die Dordogne oder in Deutschland der Hohe Meißner und der Edersee sind Ziele. Im Gepäck hat Birgit Wehnert sowohl reine Tanzreisen als auch Tanzreisen verbunden mit Wandern sowie die Kombination von Tanz, Wandern und Auseinandersetzung mit der Frauengeschichte.

Bei den Tänzen handelt es sich um traditionelle Tänze wie auch um meditative Kreistänze. Dafür sucht sich die studierte Sozialpädagogin und Heilpraktikerin oft besondere Orte aus wie etwa das ehemalige Frauenkloster Germerode oder Bilderhöhlen in Frankreich. "Kreistänze sind eine einfache, wunderbare und heilsame Möglichkeit, in Bewegung zu sein, dabei zur Ruhe zu kommen, Kraft zu schöpfen, Gemeinschaft und Frauenspiritualität im Jahreszyklus zu erleben", schreibt die Tanzbegeisterte in ihrem Programm. "Sie verbinden uns mit unserer Mitte und mit der Natur in und um uns herum." Für Wehnert bedeutet Bewegung, in die Weisheit der Tänze einzutauchen und den Rhythmus der Schöpfung zu erleben.

Die Beschäftigung mit der Geschichte von Frauen, die sie in ihre Reisen stets einfließen lässt, hat für die 53-jährige immer auch eine spirituelle Komponente. Denn die Auseinandersetzung mit den Frauen gibt Antwort auf die Frage: "Was haben Menschen zu früheren Zeiten geglaubt?" So spielt zum Beispiel bei ihrer Kreta-Reise die minoische Kultur eine Rolle, in der Frauen eine zentrale Bedeutung hatten. Dazu gehört auch die Frauenspiritualität: der Glaube an weibliche göttliche Kräfte, die das Leben halten und erneuern. Neben minoischen Ausgrabungen besuchen die Reisenden Tempel und Naturstätten wie Bäume und Berge, die damals als heilige Orte galten. Oder Quellen und Höhlen, an denen das weibliche Heilige verehrt wurde.

"Mir geht es darum, Frauenspuren sichtbar zu machen. Denn leider verschwindet in der Forschung oft, welch wichtige Rolle Frauen zum Beispiel in der Altsteinzeit gespielt haben", erläutert die Tanzpädagogin. "Frauen waren von Anfang an Lebens- und Kulturträgerinnen und hatten eine starke Stellung.". Im Laufe der Menschheitsgeschichte ist dieses Wissen verloren gegangen. "Es gab eine Ehrung des Weiblichen, zu der wir heute wieder zurückfinden müssen", sagt Wehnert. An verschiedensten Kultorten hätten Menschen Initiationserfahrungen machen können, zum Beispiel in einer französischen Höhle, wo kleine Fußabtritte davon zeugen, dass hier vor langer Zeit Frauen und Jugendliche im Kreis getanzt haben: "Die Höhle ist ein Schutzraum und verkörpert immer auch den Schoß der Erde, also ein eher weibliches Bild."

Schweigend gehen gehört ebenfalls zum Programm, um das Erlebnis zu vertiefen. Im Kloster spiele auch das Singen spiritueller Lieder eine besondere Rolle. "Leibliche Erfahrung mit allen Sinnen" heißt das Stichwort - wie auch beim Naturerleben. So kann es nach Ansicht von Birigt Wehnert eine spirituelle Erfahrung sein, sich beim Paddeln entlang des Jakobsweges vom Fluss tragen zu lassen und die Stille bewusst zu erleben. "Die Natur ist eine Kirche", sagt sie, "eine Blume ist wie ein Gebet, eine Spinnenwebe wie ein Mandala, ein Weg wie das Leben."

Generell geht es Birgit Wehnert bei ihren Reisen also um Transzendenzerlebnisse, um eine Erfahrung des Göttlichen im weitesten Sinne. "Von Gott geliebt und selbst teilgöttlich: so erfahren sich die Frauen", begründet sie ihren Ausgangspunkt.

Katharina Schulz hat mehrfach am Hohen Meißner mit Birgit Wehnert getanzt und die Natur erlebt. "Was ich so schön finde, ist, dass Birgit die Geschichte der jeweiligen Umgebung mit einbezieht, natürlich auch die Frauengeschichte, und dass immer alles eingebunden ist in den Tanz", sagt die 57jährige aus Kassel. Zum Beispiel würden bei den Balkantänzen wichtige Themen des jeweiligen Landes und der jeweiligen Kultur lebendig, wie Vertreibung, Verfolgung, verlorene Heimat. "Diese Reisen sind also auch hochpolitisch", befindet Katharina Schulz. Für Birigt Wehnert gehören Politik, Bildung und Spiritualität denn auch zusammen. "Was in der Politik entschieden wird, hat auch Auswirkungen auf die Seele und die Natur", sagt sie.

Vor 14 Jahren startete die Tanzheilpädagogin ihr Reisenangebot. Dabei kooperiert sie teilweise mit der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, teilweise mit überregionalen Frauenreiseveranstalterinnen wie Frauen unterwegs. Jüngere Frauen nähmen eher selten an ihren Reisen teil, räumt Wehnert ein. "Gerade Kreistanzen ist für die so was wie Ringelpietz mit Anfassen". Dabei tanze sie vor allem archaische, kraftvolle Tänze.

Warum sie das alles macht? "Ich bin selbst so berührt und begeistert vom Tanzen, dass ich diese Begeisterung weitertragen möchte. Ich glaube, dass wir in einer entseelten Kultur leben, in der es nur noch um den Konsum geht. Und ich glaube, dass Frauen vor allem darunter leiden, dass sie von ihrer schöpferischen, spirituellen Kraft abgeschnitten sind." Gegenteilige Erfahrungen zu machen - dafür möchte Birgit Wehnert einen Raum öffnen. "Es besteht eine große Sehnsucht der Menschen nach Verbindung mit inneren und äußeren Kraftquellen", erklärt sie. Speziell auf den Tanzreisen suchten die Frauen Antworten auf die Frage "Wer bin ich?"

Birgit Wehnert selbst macht es glücklich, andere zu spirituellen Kraftquellen mit zu nehmen: "Wenn eine Reise oder ein Wochenende gelingt, ist das eine große Erfüllung. Das erleben andere vielleicht, wenn sie aus dem Gottesdienst kommen."

Info : www.kreistanzen.de

Eingestellt 9/09

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