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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

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"Hohes Maß an Herzblut": Neuer Chef für Kasseler Museen

Landsleute: Bernd Küster

   Kassel (dpa/lhe) - Ein Mann der Hierarchien ist Bernd Küster nicht: "Ich bin ja nur einer unter vielen, der die Verantwortung trägt", sagt der neue Chef der Museumslandschaft Hessen-Kassel. Vom 1. August an ist der Niedersachse Herr über Schloss Wilhelmshöhe und den Bergpark, über den "Herkules" als Kassels Wahrzeichen und 14 weitere Häuser und Parks, etwa Schloss Wilhelmsthal oder die Neue Galerie, in den documenta-Jahren oft Gastgeber der "Weltkunstausstellung". "Nach Kassel zu gehen, ist persönlich und biografisch wie nach Hause zu kommen", sagt der Professor.

   Nach dem Abitur in Holzminden studierte Küster in Marburg Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie. Nach der Promotion arbeitet er unter anderem an der Marburger Universität, dann für den Landkreis Osterholz und schließlich mit Lehrauftrag an der Universität Bremen, bevor er von 1991 Leiter der Kunsthalle Wilhelmshaven wurde. Neben seiner Arbeit für das Landesmuseum in Oldenburg erhielt er 2002 einen Lehrauftrag im Fachbereich Kunst/Kunstpädagogik an der Universität Osnabrück, seit 2003 als Honorarprofessor.

   Dass er jetzt nach Nordhessen komme, folge einer inneren Logik,sagt der 56-jährige. Bereits in der Schul- und Studienzeit hatte er Ausstellungen in Kassel besucht. In den zwei Jahrzehnten in Norddeutschland habe er den Kontakt zu der Hessen nie verloren, sondern Ausstellungen über hessische Kultur und in Hessen gemacht, so in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Städl. Auch stattete er den Kasseler Museen immer wieder Besuche ab und gab und nahm Leihgaben von und nach Oldenburg.

   Die Qualität der Sammlungen der mhk, einer Einheit aus Museen, Schlössern und historischen Gartendenkmälern, hält er für unstrittig. Sie gehöre zu den wichtigsten im gesamten Bundesgebiet. Auch auf die Kombination der Architektur, Sammlungen und Landschaft als Alleinstellungsmerkmal dürfe Hessen besonders stolz sein. Küster tritt mit der Motivation an, die Einheit der Einrichtungen zu bewirken, zu verstärken und nach außen zu publizieren. Auch außerhalb der documenta-Zeit solle Kassel als kulturhistorischer Anziehungspunkt begriffen werden. Neben den gut aufgestellten Dauerausstellungen will der Museumsdirektor versuchen, hochkarätige Sonderausstellungen zu zeigen sowie die Kultureinrichtungen der mhk mit den übrigen der Stadt vernetzen: "Kultur darf immer nur eine Stimme haben innerhalb der Stadt."

   Küster begreift Museen als Dienstleistungsunternehmen, die den Besuchern verpflichtet sind: "Man muss die hohe Kultur popularisieren." In der Museumspädagogik, die der 56-jährige nicht nur auf Kinder und Jugendliche bezieht, sei Kassel bereits gut aufgestellt. Gerade der Nachwuchs liege ihm besonders am Herzen, damit der auch im Erwachsenenalter den Museen erhalten bleibe. Außerdem schwebt ihm eine gemeinsame Eintrittskarte für alle Kasseler Kultureinrichtungen vor.

   Küster muss vor allem koordinieren. Nach Gesprächen mit allen Mitarbeitern will er die Sammlungskonzepte und -dokumentationen anschauen und optimieren. Es sollen Marketingideen folgen, die ein geschlossenes Bild der mhk in der Öffentlichkeit entwerfen. Außerdem investiert das Land Hessen derzeit 200 Millionen Euro in den Museumsstandort. Küster hat hier die Möglichkeit mit zu gestalten. Für den Hierarchieabbau im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg, seiner letzten Station, sei er gelobt worden. "Ich habe ein hohes Maß an Herzblut in meine Tätigkeit gesteckt, weil ich mich für Kunst wirklich begeistern kann."

   Jetzt die Verantwortung für die Bauten und Sammlungen in Kassel zu übernehmen, empfindet der Noch-Oldenburger als großes Glück. Und er lobt die professionelle Arbeit in Kassel. Küster freut sich auch, die Neue Galerie mit einrichten zu können, die Kunst aus dem 19. Und 20. Jahrhundert bietet und jetzt umgebaut wird. Wenn er nicht seinem Museumsalltag nachgeht, schreibt der promovierte Kunsthistoriker Monografien. Und auch die Vermittlung von kunsthistorischen Inhalten an der Universität, die er ehrenamtlich betreibt, mache ihm viel Spaß.

(Internet: www.museum-kassel.de)

[Museumslandschaft Hessen-Kassel]: Schloss Wilhelmshöhe, Kassel

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Eingestellt 8/09

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