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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

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Zwischen Antike und moderner Menschlichkeit

Die Kunsthalle Fridericianum

Auf Einzelausstellungen junger Künstlerinnen und Künstler, die sich mit der Menschlichkeit auseinandersetzen, setzt Rein Wolfs, der Leiter der Kunsthalle Fridericianum in Kassel. So befasste sich auch Christoph Büchels "Deutsche Grammatik" mit der jüngeren deutschen Geschichte und aktuellen politischen und gesellschaftlichen Strukturen des Landes. Und aktuell verwandelt Thomas Zipp mit "(WHITE REFORMATION CO-OP) MENS SANA IN CORPORE SANO" (noch bis zum 13. Juni 2010) die Räume des ältesten Museums auf dem europäischen Festland in eine fiktive Psychiatrie.  Soloausstellungen macht Wolfs, der stets selbst kuratiert, als Kontrast zu den Gruppenausstellungen der im selben Gebäude gezeigten documenta , "um sich intensiver mit einzelnen Künstlern auseinanderzusetzen".

Vorgänger René Block leitete die Institution von 1998 bis 2006. Er sorgte dafür, dass das Haus nicht mehr Museum Fridericianum heißt, sondern Kunsthalle Fridericianum. Schließlich besitze das Fridericianum keine eigene Sammlung, so Wolfs. Im Gegensatz zu diesem organisierte Block vor allem großangelegte Gruppenausstellungen und Themenausstellungen wie "Die Schluchten des Balkan" von 88 Künstlerinnen und Künstlern, die für den Begriff "Balkan" standen.  In der Kuratorenwerkstatt ermöglichte Block dem kuratorischen Nachwuchs in der Kunsthalle zu wirken.

Der erste Leiter, der das Museumsgebäude seit 1988 mit Ausstellungen zwischen den documenta-Ausstellungen bespielte, war Veit Loers. "Er konzentrierte sich auf historisierende Ausstellungen und hat das Haus in die Neuzeit geführt", berichtet Wolfs. Als Glanzlicht aus dieser Zeit benennt er gleich die erste Kunstschau unter Loers Führung "Schlaf der Vernunft".

Die Geschichte des Kasseler Fridericianums reicht jedoch viel weiter zurück: Landgraf Friedrich II. ließ das zunächst als Museum - ganz im Sinne der Aufklärung - genutzte Gebäude in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert erbauen. Ab 1779 waren hier unter anderem eine Antikensammlung und eine "Galerie der modernen Statuen" (zum Beispiel Antikenkopien aus verschiedenen Materialien)  zu sehen  sowie eine Medaillen-, Automaten- und Uhrenkabinett. Außerdem befand sich in den Räumen die hessische Landesbibliothek.  Unter Jerome Bonaparte, dreißig Jahre später, diente das Gebäude als Parlamentsgebäude mit Repräsentationsräumen. Ab 1813, nach Jeromes Vertreibung wurde das Fridericianum wieder Museumsgebäude, das sich nun ganz seiner musealen Sammlung widmete. Die Exponate wanderten unter preußischer Herrschaft dann nach Berlin. Deshalb diente hundert Jahre später das Gebäude nur noch als Bibliothek, die 1941 vollständig ausbrannte. Erstmals zur documenta 1955 wurde das Fridericianum dann wieder bespielt - mit moderner Kunst. Zwischen den documenta-Ausstellungen stand das Haus zunächst leer bis 1988.

Heute ist Rein Wolfs sehr an der Kunstvermittlung gelegen. "Wir versuchen mit Veranstaltungen mehr Engagement und Diskurs zu kreieren", sagt er. So gibt es neben regelmäßigen Führungen Ausstellungsgespräche unter dem Titel "Was soll das?", in denen ein Aspekt der Ausstellung tiefer beleuchtet wird. Auch arbeitet die Kunsthalle mit mehreren deutschen Kunsthochschulen zusammen. Die Kasseler Studierenden zum Beispiel erproben in der Ausstellung experimentelle Vermittlungsformate in Form von Performances. Workshops für Kinder und Symposien gehören ebenfalls zum Programm.

Wichtig ist dem Leiter des Fridericianums darüber hinaus, Kunst zu zeigen, die den Besucherinnen und Besuchern eine Gesamterfahrung vermittelt. "Das Haus soll sich im Innern stark verwandeln können, damit man in andere Weltentwürfe eintauchen kann", erläutert Wolfs. Kunst müsse auch gesellschaftskritisch sein, ein Risiko in sich bergen und solle zu reden geben.

Eingestellt 6/10

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