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Britta Erlemann: Freie Journalistin / Arbeitsproben

Freie Journalistin
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Schreibfluss, Kreativität und Ausdruck üben

Schreiben in der Schreibwerkstatt

Es knistert.  Wie die anderen Teilnehmerinnen der Schreibwerkstatt packe ich in metallisches, buntes Papier gehülltes Schokoladenkonfekt aus und stecke es mir in den Mund. Ich lutsche genüsslich, lasse es in meinem Mund zerfließen, nehme aufmerksam wahr, wie es schmeckt und was passiert. Ich bin etwas aufgeregt. Wir sollen danach ein Gedicht oder eine Geschichte zu unserem Esserlebnis verfassen. Spontanschreiben nennt sich das, wenn wir in der Schreibwerkstatt etwas schreiben, unmittelbar nachdem Schreibbegleiterin Jacqueline Engelke die Aufgabe gestellt hat. Ob mir etwas einfallen wird? Aber mir ist bislang immer etwas eingefallen - den anderen Teilnehmerinnen übrigens auch. Und ich bin nun schon im vierten Semester dabei. Die Texte, die dabei herauskommen, sind so unterschiedlich wie die Frauen selbst. - Ein Mann hat sich in den letzten zwei Jahren nur vorübergehend mal zu uns gesellt. - Wer mag, kann dann vorlesen. Wir applaudieren immer. Die Idee, die Mühe ist es wert. Und außerdem sind beim Spontanschreiben bisher immer noch interessante Texte herausgekommen.

Ausführliche Kritik gibt es insbesondere auf die Hausaufgaben - Jacqueline nennt sie "Anregungen". Zwischen den zweiwöchentlichen Treffen kann jede - wenn sie mag, ihr etwas einfällt - zum Beispiel zu der Überschrift "Der rosa Stuhl", zum Thema "Schokolade" oder den Endbegriffen der Zeilen eines Gedichtes einen Text verfassen. Wahlweise Gedicht oder Geschichte. Bei den Kurzgeschichten gehe ich meistens eine Weile schwanger mit den Ideen, spaziere in der Natur umher und träume mir einen Plot zusammen. Erst dann setze ich mich an den PC zum Schreiben. Für die Gedichte brauche ich einen Einstieg oder ebenfalls eine Idee und schreibe sie dann in einem Fluss runter. Wieder ist das Vorlesen freiwillig. Mir macht das immer großen Spaß, weil ich in der Regel stolz auf meine Texte bin. Und ich freue mich auch immer über den Applaus.

Dann geben wir Rückmeldung, was uns gefallen hat, was besser und wie anders gemacht werden könnte. Die Autorin entscheidet, was sie tatsächlich davon übernimmt. Es ist ein bisschen eine heikle Situation, weil in den Texten ja das Herzblut und die Kreativität einer jeden Teilnehmerin steckt, sie sich ein Stück weit zur Debatte stellt. Auch wenn wir nicht explizit autobiografische Aufgaben bekommen. Doch ich habe noch nie erlebt, dass hier ein Text verrissen worden wäre, eine ernsthaft verletzt worden wäre. Und die Kritik an meinen Geschichten und Gedichten fand ich in aller Regel bereichernd.

Den Applaus gab´s übrigens bisher auch immer reichlich vom Publikum als Reaktion auf die Lesungen, die wir am Semesterende mit einer Auswahl unserer Texte hielten. Diese Vorträge im Cafe´ BuchOase, in dem wir uns auch zum Schreiben treffen, sind für mich die Höhepunkt der Kurse. Immer unter einem bestimmten Motto. Zum Beispiel "Der Blick aus dem Fenster". Das ist für mich  direkt vorher etwas aufregend. Wenn ich lese, verfliegt das aber schnell. Es macht Spaß, hier zu lesen, den Texten durch dem Inhalt angemessene Betonung Leben einzuhauchen. Und der Applaus ist gut fürs Selbstwertgefühl.  Das ist die Belohnung für unsere Arbeit. Diese Miniberühmtheit für einen Abend.

Hinter uns liegt dann ein erfülltes Semester, in dem wir auch handwerklich wieder etwas dazu gelernt haben. Etwa wie wir einen Spannungsbogen in einer Geschichte aufbauen oder Charaktere entwickeln können. Auch neue Gedichtformen habe ich mittlerweile kennengelernt. Und das in entspannter Atmosphäre. Dafür dekoriert unsere Schreibbegleiterin den Tisch mit einem bunten Tuch, Kerze, schönen Steinen, der keramischen Schildkröte Emily und mehr. Viele der Teilnehmerinnen sind nach einem Kurs wiedergekommen, um weiter zu machen. So hat sich eine gewisse Vertrautheit in der Gruppe eingestellt. Die Größe variierte bisher zwischen fünf und zehn Schreiberinnen. So es meine Zeit zulässt, werde ich auch im nächsten Semester weitermachen.

Britta Erlemann

Eingestellt 12/2010

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