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Waldorf-Erstklässler vor Elektrosmog geschützt

Waldorfschule Kassel; Pressemitteilung 3/08

Kassel. Die weltweit ersten Kunststoff-Fenster mit Elektrosmog-Abschirmung des Herstellers Gealan Fenstersysteme GmbH hat der Fensterbauer Henkel und Söhne GmbH kürzlich in die Außenwände der Klassenzimmer der ersten Klassen der Waldorfschule Kassel eingebaut. Besorgte Eltern hatten festgestellt, dass die ganze Front des Neubaus von Sendeanlagen bestrahlt wird. Sie erwirkten, dass die erfahrenen Baubiologinnen Tanja Schkwirko und Silke von Domarus (Büro Traumraum) die Intensität der Strahlung an verschiedenen Punkten der Schule maßen. Dabei stellte sich heraus, dass insbesondere die Erstklassräume mit 200 Mikrowatt deutlich über dem bislang weltweit strengsten Grenzwert einer Salzburger Konferenz von 10 Mikrowatt liegen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Medizinerinnen und Mediziner hatten ihn 2002 festgelegt.

Die darüber informierten Eltern der Erstklässler baten daraufhin die Geschäftsführung Abschirmfolien von innen kleben zu dürfen oder um neue, abschirmende Fenster. Die Schulführung nahm das ernst. Vorstandsmitglied und ehemaliger Waldorflehrer Dr. Fritz Kübler dazu: Die Frage, wie schädlich Mobilfunkstrahlung sei, sei sehr umstritten. Es gebe zunehmend Berichte, die auf gesundheitliche Beeinträchtigungen hinweisen, wobei das immer einzelne Menschen seien. "Wenn Eltern Angst haben, weil sie denken, sie können ihre Kinder nicht guten Gewissens in die Schule schicken, weil sie da Strahlenbelastung ausgesetzt sind, dann muss man da reagieren." So berichtet Schüler-Mutter Gudrun S., dass die besorgten Eltern ihre Kinder nicht dem Risiko eventueller Spätschäden aussetzen wollten.

Die Entscheidung für die Fenster fiel auch deshalb, weil sie zusätzlich noch stark wärmedämmend sind. 4000 Euro Heizkosten pro Jahr spare die Schule im Jahr dadurch, hat Vereins-Geschäftsführer Raimund Jäger ausgerechnet. Somit hat die Schule die Kosten von 11.000 Euro nach zwei ein Viertel Jahren wieder eingebracht.

Nach Ingenieur Matthias Jahn, Produktmanager des Herstellers Gealan, sind Rahmen und Flügel  der Fenster mit einer schirmdämpfenden Beschichtung ausgestattet: "Eine speziell entwickelte Dekorfolie reduziert zum Beispiel hochfrequente Mobilfunkstrahlung effektiv und zuverlässig." Das Neuprodukt erfülle alle Anforderungen an ein modernes Kunststofffenster. So sei es witterungsbeständig, farbecht, pflegeleicht, dicht und die Folie kratz- und haftfest. Das Produkt sei zurzeit weltweit das einzige Kunststoffprofil mit diesen Eigenschaften, das in Großproduktion hergestellt werden könne.

Die Vellmarer Baubiologinnen hatten der Waldorfschule aufgrund der gemessenen Strahlungsbelastung geraten, die betroffenen Räume abzuschirmen. Denn nach Tanja Schkwirko erhöht Mobilfunkstrahlung die Ausschüttung von Stresshormonen und kann die Konzentrationsfähigkeit der Kinder beeinträchtigen. Sogar eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke wurde in Studien gefunden. "Dadurch können giftige Stoffe und zu große Eiweiße in das Gehirn eindringen. Die Folge ist, das Nervenzellen absterben." Außerdem stehe die Mobilfunkstrahlung im Verdacht erbgutschädigend zu wirken und damit Krebs zu fördern. Die Ingenieurin beruft sich dabei unter anderem auf die EU-finanzierte Reflex-Studie von Professor Franz Adlkofer und eine Studie des schwedischen Wissenschaftlers Leif Salford. "Die deutschen Grenzwerte berücksichtigen bisher nur die thermische, aber nicht die athermische oder biologische Wirkung der Strahlung", so die Architektin. Und weiter: "Die eingebauten Fenster schirmen die Strahlung fast zu hundert Prozent ab."

Gudrun S., die die Messung an der Kasseler Waldorfschule mit ausgelöst hat, freut sich jedenfalls: Ihr Sohn ist jetzt geschützt, und der Trägerverein will auch in den Neubau Abschirmfenster sowie in die Fassade des Gebäudes abschirmendes Gewebe einbauen lassen.

Eingestellt 3/08

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